Funktionsanalyse & -therapie

Funktionsanalyse: Die Aufdeckung der Ursachen

Bei einem intensiven Gespräch mit dem Patienten klären wir die Vorgeschichte, die zur Funktionsstörung des Kausystems geführt hat (Anamnese). Hierbei werden körperliche Aspekte erfragt, wie zum Beispiel: „Gab es Operationen im Kopf- oder Gesichtsbereich oder liegen Kiefergelenkbeschwerden vor?“ Aber auch Fragen bezogen auf psychische Belastungen, denen der Patient ausgesetzt ist, helfen das komplexe Krankheitsbild einer Funktionsstörung zu bewerten. Sicher kennen viele die Redewendungen: „sich durchs Leben beißen“ oder „die Zähne zusammenbeißen“. Tatsächlich pressen viele Menschen unwillkürlich die Zähne aufeinander, wenn sie unter Anspannung, Stress und permanenten psychosozialen Belastungen leiden. Das wiederum hat negative Folgen für die Zähne, den Zahnhalteapparat und die Kiefergelenke.

Nach dem zahnärztlichen Gespräch beginnt die eigentliche Untersuchung – die sogenannte klinische Funktionsanalyse. Dabei prüfen wir mittels Abtastens, Ertastens und Fühlens: die Beweglichkeit des Unterkiefers, den Zusammmenbiss der oberen und unteren Zahnreihe, den Kieferknochen, die Kaumuskulatur sowie die Lymphknoten. Auch der Zustand der Zähne, des Zahnfleisches, der Schleimhaut in der Mundhöhle, der Zunge und des Gaumens wird bei der Untersuchung festgestellt. Genauso bedeutsam ist das Abhören der Kiefergelenke auf Knackgeräusche.

Zur weiteren Befundlegung nutzen wir zusätzlich die Möglichkeiten des digitalen Panoramaröntgens, das uns Aufschluss über Schädigungen am Kieferknochen gibt.

Darauf aufbauend schließt sich die instrumentelle Funktionsanalyse an.

  • Zuerst erfolgt die Abformung der oberen und unteren Zahnreihe (Zahnbögen), die dann durch Gipsmodelle rekonstruiert werden.
  • Danach wird mit dem Gesichtsbogen, einem Registrier- und Messgerät, die Lage des Oberkiefers zum Schädel bzw. zur Schädelbezugslinie ermittelt. Diese Untersuchung ist völlig schmerzfrei und schnell durchführbar. Für den Patienten ist damit die Funktionsanalyse abgeschlossen.
  • In unserem Meisterlabor wird die instrumentelle Analyse mithilfe eines Artikulators fortgesetzt: In ihn werden die Gipsmodelle der Zahnreihen eingesetzt und das Gesichtsbogenregistrat überführt. Der Artikulator ist ein Simulationsgerät, mit dem die Kiefergelenkbewegungen des Patienten nachgeahmt werden können. Unsere Zahntechniker erhalten so Erkenntnisse zur Kiefersituation und darüber, welche fehlerhaften Kontaktbeziehungen zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers bestehen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Therapieplanung. Eine mögliche Therapieform ist die Schienentherapie, eine andere die Korrektur fehlerhafter Zahnsanierungen, zum Beispiel bei zu hohen oder zu tiefen Füllungen oder Kronen.
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