Funktionsanalyse & -therapie

Funktionsstörungen: Wenn das Kausystem erkrankt ist

Manche Patienten, die zu uns kommen, klagen über Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich, ohne dass bisher die Ursache gefunden werden konnte. Um die Schmerzen wenigstens zu unterdrücken, greifen sie zu Schmerzmitteln, die das eigentliche Problem nicht beheben, sondern ihren Körper zusätzlich belasten. Wer morgens mit starken Kopfschmerzen aufwacht oder unter chronischen Muskelverspannungen im Schulter-Nacken-Bereich leidet, wer beim Gähnen oder Zubeißen Beschwerden hat oder sogar Knackgeräusche des Kiefergelenks wahrnimmt, bei dem könnte eine Funktionsstörung des Kausystems vorliegen. Um dies abzuklären muss eine präzise Analyse erfolgen.

Kiefergelenk (Modell)
Foto: Gesellschaft für Funktionsdiagnostik.
DIR® System mbH & Co. KG

Unter dem Begriff „Funktionsstörung“ oder CMD (englisch: cranio-mandibular dysfunction) werden die verschiedenen Störungen und Erkrankungen des Kausystems zusammengefasst. Diese Störungen können zu dauerhaften Schäden an Zähnen, zur Erkrankung des Zahnhalteapparats und zu Entzündungen im Bereich der Kiefergelenke führen.

Häufigste Auslöser von Funktionsstörungen:

  • unbewusstes Zähneknirschen und Zähnepressen bei Anspannung, Stress und in Belastungssituationen. Da stressbesetzte Situationen auch während des Schlafes aufgearbeitet werden, wird das Zähneknirschen und -pressen in solchen Ruhesituationen nicht abgestellt. Diese Form der Erkrankung nennt man Bruxismus.
  • Zahnfehlstellungen und Okklusionsstörungen (gestörter Zusammenbiss von oberer und unterer Zahnreihe)
  • Zahnfüllungen und Zahnersatz, die den Zusammenbiss und die Kaufunktion behindern. Beispielsweise kann eine Füllung oder Krone, die zu hoch oder zu tief ist, Schmerzen im Unterkiefer, der Kaumuskulatur und in den Kiefergelenken hervorrufen.

Anzeichen, Folgeerkrankungen und Beschwerden, die auf eine Funktionsstörung hindeuten:


Zähne:
  • Risse im Zahnschmelz der Frontzähne
  • Front- und Schneidezahnkanten wirken insgesamt abgenutzt. Die ständige Abrasion kann soweit führen, dass die natürlichen Zahnkronen der Zähne sichtbar verkürzt sind. Ist der Zahnschmelz erst einmal abgetragen, liegt das darunterliegende gelbliche Zahnbein (Dentin) ungeschützt frei.
  • Risse in Zahnfüllungen und Keramikversorgungen (Kronen, Brücken) oder Abplatzungen; teilweise vollständiges Heraus- bzw. Durchbrechen der Füllung und Keramikversorgung
Kiefer:
  • Bewegungseinschränkungen beim Mundöffnen und Mundschließen sowie beim Kauen
  • asymmetrische Bewegungen des Unterkiefers
  • Knackgeräusche in den Kiefergelenken beim Mundöffnen und -schließen
Kopf- und Gesichtsbereich:
  • Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich: Vom Kiefer ausgehend über die Wangen bis hin zu den Schläfen, insbesondere im Bereich der Schläfen manifestiert sich der Schmerz. Viele Patienten vergleichen diese Schmerzen mit Migräneattacken, wobei hier die „echte“ Migräne von funktionellen Störungen des Kausystems abzugrenzen ist.
  • Ohrenschmerzen, Ohrgeräusche /Tinnitus
Nacken- und Schulterbereich, zum Teil auch Rücken:
  • chronische Muskelverspannungen

Zur Heilung von Funktionsstörungen führen wir vorab eine zahnärztliche Funktionsanalyse in unseren Praxen durch. Dabei wird entschieden, ob weitere Fachärzte und Spezialisten hinzugezogen werden müssen. Funktionsstörungen haben oft eine Vielzahl von Ursachen, deren vollständige Beseitigung notwendig ist, damit unsere Patienten dauerhaft beschwerdefrei und gesund bleiben und sich wieder wohlfühlen können. Wir arbeiten daher während der Behandlung und Schienentherapie eng mit HNO-Ärzten, Physiotherapeuten, Orthopäden und Fachärzten für Psychosomatische Medizin zusammen.

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