Funktionsanalyse & -therapie

Schienentherapie und Korrekturen: Entlastung für das Kausystem

Nachdem in unseren Praxen und in unserem Meisterlabor die Funktionsanalyse abgeschlossen ist, wird die Therapieform festgelegt, mit der das erkrankte Kausystem entlastet und geheilt werden kann. Schon während der Funktionsanalyse und vor Einleitung der Therapie wird entschieden, ob Fachärzte und Spezialisten aus den Bereichen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Physiotherapie, Orthopädie und Psychosomatische Medizin hinzugezogen werden. Nur eine ebenso konsequente wie umfassende Therapie verspricht eine dauerhafte Genesung des Kauorgans.

Schienentherapie: Entlastung und Hilfe für das Kausystem

Die Gipsmodelle und die ermittelten Daten aus der Funktionsanalyse werten unsere Zahntechniker aus und fertigen individuell für den Patienten eine Aufbissschiene. Die Anfertigung dieser Kunststoffschiene verlangt hohe handwerkliche Genauigkeit.

Diese Schiene muss der Patient über einen festgelegten Zeitraum tragen. Ziel der Schienentherapie ist es, den gestörten Zusammenbiss der oberen und unteren Zahnreihe zu korrigieren. Dieser falsche Zusammenbiss, der sich teilweise über Jahre hinweg ausgeprägt hat, wird durch die Therapie regelrecht verlernt. Während des Tragens der Schiene werden Ober- und Unterkiefer beim Zusammenbiss in die richtige Position gebracht. Zähne, die zuvor durch den gestörten Zusammenbiss geschädigt wurden, werden wieder entlastet.

Knirscherschiene

Die Knirscherschiene ist eine Aufbissschiene, die für Patienten mit Bruxismus angefertigt wird. Bruxismus ist das unbewusste Zähneknirschen und Zähnepressen, das vor allem nachts und unter Anspannung (Stress, psychosozialer Druck, emotionale Belastungen) stattfindet.

An dieser Stelle ein Test, den Sie selbst durchführen können: Beobachten Sie, was passiert, wenn Sie sich gehetzt fühlen oder über etwas ärgern. Sicher werden Sie feststellen, dass sich Ihre Kaumuskulatur anspannt. Einige Menschen pressen in solchen Momenten zusätzlich unwillkürlich die Zähne aufeinander.

Diejenigen, die an Bruxismus erkrankt sind, wenden dabei eine Kraft auf, die die Zähne, den Zahnhalteapparat und die Kiefergelenke extrem belasten. Der beim Zähneknirschen und Zähnepressen entstandene Kaudruck kann bis zu 300 Kilogramm bei Frauen und bis zu 400 Kilogramm bei Männern betragen. Das ist eine 30-prozentige Steigerung des Kaudrucks, der normalerweise auf dem Kausystem lastet. Daher sind mit dem Bruxismus eine Reihe Folgeerkrankungen verbunden: sichtbare Abrasionen an den Zahnschneidekanten und Kauflächen, lockere Zähne, Verlust von Zahnrestaurationen (z. B. Kronen), Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen.

Erste Heilung für das erkrankte Kausystem und Schutz für die Zähne bietet die individuell gefertigte Knirscherschiene. Sie verhindert, dass der Druck direkt auf die Zähne und das Kiefergelenk ausgeübt wird. Der „Biss“ auf die Schiene hat noch einen anderen Effekt: Er sensibilisiert die Patienten, die Auslöser von Stresssituationen früher zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Wenn die Zahnabrasion eine Zahnsanierung notwendig macht

Ist bei Patienten mit Bruxismus die Abnutzung der Zahnschneidekanten und Kauflächen sehr weit fortgeschritten und sind dadurch die Zähne sichtbar verkürzt, ist eine Restauration der Zähne nötig, damit der natürliche Zusammenbiss wiederhergestellt wird. Dabei werden die Zähne durch Füllungen oder Überkronungen aufgebaut. Wir haben heute die Möglichkeit, die Frontzahnrestauration auch mit Veneers durchzuführen. Im Gegensatz zu Kronen verliert der Patient nur sehr wenig Zahnhartsubstanz – gerade einmal ca. 0,5 Millimeter.

Korrekturen fehlerhafter Zahnsanierungen

Nicht immer ist eine Schienentherapie zwingend erforderlich – beispielsweise wenn die Funktionsstörung allein durch Zahnfüllungen oder Zahnersatz verursacht wurde. Derartige fehlerhafte Versorgungen können die Kau- und Gleitbewegungen des Unterkiefers einschränken. In diesen Fällen muss nach erfolgter Funktionsanalyse (klinisch und instrumentell) die Zahnsanierung korrigiert bzw. erneuert werden.

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