Implantologie & Prothetik

Implantate – für lückenlose Zahnreihen und einen zuverlässigen Halt von Brücken und Prothesen

Implantate bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, um verlorengegangene Zähne ästhetisch wie funktional geradezu perfekt zu ersetzen. Implantate schließen nicht nur Einzelzahnlücken, sie stützen Brücken und stabilisieren Teil- und Vollprothesen. Durch sie kann der mit dem Zahnverlust beginnende Knochenabbau verzögert werden.

Das Implantatsystem: Aufbau und Materialien

Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen eingesetzt wird. Es hat eine schraubenartige oder zylindrische Form. Mit ihm verbunden ist der Implantatpfosten (Abutment), auf dem die sogenannte Suprakonstruktion, der Zahnersatz, befestigt ist. Suprakonstruktionen können Einzelkronen, Kronen für festsitzende Brücken, aber auch Elemente zur Verankerung herausnehmbaren Zahnersatzes sein, wie beispielsweise Locatoren oder Stegkonstruktionen für Vollprothesen.

Die von uns verwendeten Implantate bestehen aus reinem Titan, einem in der Chirurgie seit langem bewährten Material. Es fügt sich in den Kieferknochen sehr gut ein, ist ausgesprochen gewebefreundlich und hoch belastbar. Gängiger Werkstoff für die Implantatpfosten ist Titan, aber auch Zirkonoxid. Diese sehr stabile Keramik ist hervorragend bioverträglich. Ihr Einsatz bietet sich bei ästhetisch anspruchsvollen Suprakonstruktionen an, wenn das Zahnfleisch dünner ist und ein Implantatpfosten aus Titan durchscheinen könnte. Alle Suprakonstruktionen stellen wir aus qualitätsgeprüften Metalllegierungen, Dentalkeramiken oder Kunststoff in unserem Meisterlabor her.

In welchen Fällen ist eine Versorgung mit Implantaten leider nicht möglich?

Für eine erfolgreiche Implantation müssen aus allgemeinmedizinischer Sicht bestimmte körperliche Voraussetzungen unbedingt erfüllt sein. Aus diesem Grund verbieten sich Implantate bei:

  • Schwangerschaft
  • schweren Erkrankungen der Leber, Niere, des Herzens und Blutes (z. B. Leukämie) oder einer verstärkten Blutungsneigung
  • Krankheiten des Bindegewebes und der Knochen
  • Tumorerkrankungen bzw. während der Krebstherapien
  • schlecht eingestelltem Diabetes mellitus
  • geschwächter Immunabwehr (z. B. verursacht durch erhöhten Stress) bzw. Immunsystemstörungen (z. B. Aids)
  • schweren psychischen Krankheiten (z. B. Psychosen)
  • Nikotinabhängigkeit – Raucher, die mehr als fünf Zigaretten pro Tag rauchen, tragen ein sehr hohes Risiko, ihre Implantate wieder zu verlieren; Alkohol- oder Drogenabhängigkeit
  • Einnahme bestimmter Medikamente, hierunter fallen: Cortison- und Rheumapräparate, Bisphosphonate sowie Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen.

Unseren Patienten, die keine Implantate erhalten können, bieten wir einen anderen Zahnersatz an, sodass ihr verständlicher Wunsch nach einer funktionalen wie ästhetisch ausgezeichneten Wiederherstellung des Gebisses von uns erfüllt werden kann.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Implantate eingesetzt werden können?

Bevor wir ein oder mehrere Implantate einsetzen, untersuchen wir den Mundraum daraufhin, ob sein Gesundheitszustand einen solchen Eingriff erlaubt. Erkrankungen der Zähne, des Zahnhalteapparates oder der Mundschleimhaut müssen von uns vorab behandelt werden. Zu den zahnmedizinisch geforderten Bedingungen, die für eine Implantation erfüllt sein müssen, zählen:

  • eine gesunde Mundschleimhaut und ein gesunder Kieferknochen, der über ausreichend Knochensubstanz verfügt – eine Parodontaltherapie und/oder ein Knochenaufbau könnten hierfür erforderlich sein;
  • ein korrekter Zusammenbiss der beiden Kiefer – Probleme wie z. B. das Zähneknirschen (Bruxismus) oder ungeklärte Kiefergelenkschmerzen werden zuvor durch eine Funktionsanalyse und -therapie behoben;
  • kariesfreie Zähne – eine Karies- und Füllungstherapie kann deshalb angezeigt sein;
  • ein abgeschlossenes Kieferwachstum: die untere Altersgrenze liegt bei 15 Jahren (Mädchen) und 18 Jahren (Jungen);
  • eine sehr gute Mundhygiene des Patienten: ohne optimale Reinigung drohen eine bakterielle Infektion (Mukositis, später Periimplantitis) und damit letztlich der Verlust des Implantats;
  • die regelmäßige Teilnahme an der Professionellen Implantatreinigung mindestens zweimal im Jahr – die Prophylaxemaßnahmen sind äußerst effektiv und beugen Implantatverlust vor;
  • die Wahrnehmung der Recall-Termine, damit Erkrankungen oder Veränderungen des Mundraumes rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.

So läuft die Versorgung mit einem Implantat ab:

Voruntersuchung und digitales Röntgen

Nachdem wir überprüft haben, ob die medizinischen Voraussetzungen für eine Implantation gegeben sind, den Mundraum untersucht und, sofern notwendig, die zahnmedizinischen Vorbehandlungen erfolgreich abgeschlossen haben, beginnen wir die Implantation vorzubereiten.

Wir erstellen digitale Röntgenaufnahmen. Diese Panoramaschichtaufnahmen zeigen uns, ob die vorhandene Knochensubstanz ausreicht. Der Knochen muss in Höhe, Breite und Dichte geeignet sein, das Implantat so aufzunehmen, dass eine dauerhafte, feste Verbindung garantiert ist. Wenn der Zustand des Knochens dem nicht entspricht, wird von uns in den Behandlungsablauf ein Knochenaufbau einbezogen – entweder bevor oder während wir das Implantat in den Kieferknochen einsetzen.

Digitales Röntgen:
Panorama-Röntgengerät
Digitales Röntgen: Panoramaschichtaufnahme

Methoden und Materialien, mit denen wir den Kieferknochen wieder aufbauen

Die Augmentation (Vergrößerung des Knochens) regt das Knochenwachstum an, indem beispielsweise Knochenmaterial des Patienten und/oder Knochenersatzmaterialien in die unmittelbare Implantatumgebung eingebracht werden. Im Oberkiefer lässt sich eine zu geringe Knochenhöhe durch einen Sinuslift, eine Anhebung des Kieferhöhlenbodens mithilfe ebensolchen Knochenmaterials und/oder Knochenersatzmaterialien, korrigieren. Eine Knochenspreizung kann einen zu schmalen Kieferknochen angemessen verbreitern; entstandene Hohlräume werden mit Knochenmaterial und/oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Aber auch ohne die Einlagerung von Materialien ist bei mangelnder Höhe des Kieferknochens durch eine gezielte Dehnung – Distraktion (Distraktionsosteogenese) – die Neubildung von Knochensubstanz möglich.

Für den Knochenaufbau verwenden wir verschiedene Materialien. Eigenknochen des Patienten kann in Form von Knochenstücken aus dem Unterkiefer entnommen und in den Augmentationsbereich transplantiert oder als Knochenmehl während des Implantationsvorganges aufgefangen und zum Auffüllen von Knochendefekten genutzt werden. Knochenersatzmaterialien sind pflanzlichen oder tierischen Ursprungs; zu Letzteren gehören beispielsweise vom Körper resorbierbare Membranen, die die Einheilung fördern. Ergänzend verwenden wir auch synthetische Knochenersatzmaterialien, z. B. Silizium. Die aufgeführten Materialien werden zumeist kombiniert, um eine sehr gute Regeneration des Kieferknochens zu erzielen.

Bevor wir mit der Planung des Implantates beginnen, führen wir mit unseren Patienten ein ausführliches Gespräch, welche Behandlungsschritte für eine erfolgreiche Implantation notwendig sind.

Planung und Einsetzen des Implantates

Auf der Basis der Untersuchungsergebnisse und der Röntgenaufnahmen planen wir die exakte Position des Implantates/der Implantate und die darauf aufgesetzte Suprakonstruktion. Wir entwickeln eine Planungsschablone, die wir später als Bohrschablone nutzen.

Der Implantatbereich wird vor dem Eingriff betäubt. Wenn mehrere Implantate eingesetzt werden sollen und/oder umfangreiche Maßnahmen zum Knochenaufbau notwendig sind, erfolgt die Implantation in Narkose. Wir eröffnen an der betreffenden Stelle die Mundschleimhaut, bereiten den Kieferknochen mit dem Bohrer – geführt durch die Bohrschablone – vor und setzen das Implantat ein. Anschließend vernähen wir die Wunde. Abhängig vom verwendeten Implantatsystem kann das Implantat unter Umständen sofort mit einer provisorischen Krone versehen werden wie im Fall des sogenannten halboffenen oder einphasigen Implantats, dessen integrierter Implantatpfosten in die Mundhöhle ragt. Wenn es sich hingegen um ein geschlossenes bzw. zweiphasiges Implantat handelt, dann wird die Mundschleimhaut über dem Implantat wieder vollständig geschlossen. Entsprechend unterscheidet man hier zwischen offener und geschlossener Einheilung. Während der Einheilungsphase kann provisorischer Zahnersatz getragen werden. Die Einheilung dauert zirka vier bis sechs Monate, bevor das Implantat mit der Suprakonstruktion belastet werden kann.

Anfertigung und Befestigung der Suprakonstruktion

Nach der vorgesehenen Einheilungszeit überprüfen wir mithilfe von Röntgenaufnahmen und dem Periotest den Gesundheitszustand des Kieferknochens und ob Knochen und Implantat stabil miteinander verbunden sind. Anschließend legen wir ein geschlossenes Implantat unter Betäubung wieder frei. Wir eröffnen die Mundschleimhaut in der Regel mit dem Laser, der eine schmerzarme Behandlung ermöglicht.

Wir befestigen im Implantat spezielle Abdruckpfosten und formen den Implantatbereich ab. Außerdem nehmen wir einen Abdruck von Ober- und Unterkiefer und bestimmen die Kieferrelation, das heißt den exakten „Zusammenbiss“. Die Abdrücke und das Bissregistrat bilden die Grundlage, auf der wir in unserem Meisterlabor die Suprakonstruktion anfertigen.

Die Art des Zahnersatzes – Einzelzahnimplantat mit Krone, Implantatbrücke oder implantatgestützte Prothese – bestimmt den weiteren Behandlungsablauf. Der Implantatpfosten wird von uns in das Implantat eingeschraubt (zweiteiliges Implantatsystem), sofern er nicht von vornherein mit ihm verbunden ist (einteiliges Implantatsystem). Je nachdem wie komplex die Suprakonstruktion ist, führen wir eine oder mehrere Einproben durch, bevor wir den Zahnersatz eingliedern. Kronen und Brücken zementieren wir ein. Die Locatoren und Stegkonstruktionen für Prothesen werden von uns verschraubt.

Die Erhaltungstherapie

Damit Implantate lange halten und etwaige Erkrankungen wie eine Mukositis bzw. Periimplantitis frühzeitig erkannt und behandelt werden können, müssen Patienten mit Implantaten auf Folgendes achten:

  • eine sehr gute Mundhygiene; wir zeigen ihnen, wie sie ihre Implantate, die Suprakonstruktionen sowie den gesamten Mundraum richtig pflegen,
  • die Einhaltung aller Recall-Termine in unseren Praxen und regelmäßige Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen: in festgelegten Abständen führen wir zahnärztliche Untersuchungen durch,
  • eine Professionelle Implantatreinigung mindestens zweimal im Jahr im Rahmen der Professionellen Zahnreinigung/PZR

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