Mundschleimhautbehandlungen

Lippenherpes: Die Heilung durch Laserlicht beschleunigen

„Sie tauchen immer dann auf, wenn ich Kundentermine habe. Im Vertrieb kann ich mir so was nicht leisten. Beim Gespräch starrt jeder auf meinen Mund und ekelt sich“, so beschrieb einmal eine unserer Patientinnen ihre Situation. Die Viruserkrankung Herpes labialis – besser bekannt unter dem Namen „Lippenherpes“, belastet die Betroffenen häufig nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

Viele Patienten nehmen schon die ersten Anzeichen, die auf die Entstehung der Herpes-Bläschen hindeuten, wahr: es fängt mit einem leichten Kribbeln oder Ziehen an, meist verbunden mit einem lästigen Juckreiz. Zeigen sich dann die ersten Bläschen auf der Lippe oder in den Mundwinkeln, kommt es zu einem schmerzhaften Pochen. Bald darauf beginnen die Bläschen zu nässen. In der Abheilungsphase nach zirka acht bis zehn Tagen bildet sich auf ihrer ausgetrockneten Oberfläche ein Schorf, der nach kurzer Zeit abfällt.

Ausgelöst wird die Krankheit durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV Typ 1).
Man geht davon aus, dass sich bei 90 bis 95 Prozent der Erwachsenen Antikörper gegen das Herpes-simplex-Virus Typ 1 im Blut nachweisen lassen. Das heißt, diese Gruppe hatte bereits Kontakt mit dem Virus. Aber nicht bei jedem kommt es zum Ausbruch von Lippenherpes, viele bleiben einfach nur Träger des Virus.

Erster Kontakt mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 bereits im Kindesalter

Der Erstkontakt mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 erfolgt oftmals schon im frühen Kindesalter. Wenn beispielsweise die Eltern an Lippenherpes erkrankt sind, sich also Bläschen auf der Lippe bilden bzw. gebildet haben, besteht die Gefahr, dass sie ihr Kind mit dem Herpes-Virus anstecken. Dazu reicht schon aus, dass sie den Breilöffel ablecken und danach das Kind füttern, die Beruhigungs- und Trinksauger mit Speichel befeuchten oder das Kind mit einem Küsschen auf den Mund begrüßen. Neben diesen Formen der Schmierinfektion und des Direktkontaktes kann das Virus beim Sprechen oder Husten durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Zumeist verläuft die Krankheit nach der Ansteckung völlig unauffällig. Nur in sehr seltenen Fällen zeigt sich nach dem Erstkontakt mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 ein dramatischer Krankheitsverlauf. Dabei handelt es sich um die sogenannte Mundfäule, die Gingivostomatitis herpetica, bei der das Zahnfleisch, der Gaumen, die Zunge und die Lippen entzündet sind und sich ein Bläschenausschlag bilden kann. Als Reaktion auf die Krankheit schwellen die Lymphknoten an und es tritt hohes Fieber auf.

Herpes-Viren sind Schläfer, die nur auf den richtigen Moment warten

Wer einmal mit den Viren des Herpes labialis infiziert wurde, trägt sie ein Leben lang. Nach dem Erstkontakt dringen die Viren über die Schleimhaut ein. Sie nutzen menschliche Zellen um sich zu vermehren, indem sie ihre genetische Information in die Zellen einbringen und sie dabei zerstören. Während ihrer Vermehrung dringen die Viren in die Nervenbahnen vor und wandern bis zu den Nervenenden der Nervenzellen. Dort werden sie zu den Nervenknoten weitertransportiert.

Was jetzt geschieht, sichert dem Virus ein dauerhaftes Überleben im Körper: Das Immunsystem kann zwar auf die Krankheitssymptome wirken und die Virenausbreitung verhindern, nicht aber alle Viren vernichten. Wenn der Herpes-Virus erst einmal im Nervenknoten verborgen ist, wird er vom Immunsystem nicht mehr als Angreifer erkannt. Diejenigen Viren oder Virenteile, die es bis in die Nervenknoten geschafft haben, fallen dort in eine Art Dämmerzustand. Als „Schläfer“ warten sie nur auf den „richtigen Moment“, um sich erneut zu vermehren. Sobald das Immunsystem durch Stress oder Krankheit geschwächt ist, werden die Viren reaktiviert. Damit beginnt der Prozess in umgekehrter Richtung: Die Viren bewegen sich entlang der Nervenbahnen bis hin zur Schleimhaut und dem Lippengewebe, wo sie Herpes-Bläschen hervorrufen. Das Immunsystem seinerseits reduziert die meisten Viren, aber einigen gelingt es erneut die Nervenknoten zu erreichen.

Die Auslöser, die eine Reaktivierung der Viren fördern

Für die Reaktivierung der Lippenherpes-Viren sind verantwortlich:

  • Infektionserkrankungen, die von Fieber begleitet sind, wie zum Beispiel grippale Infekte
  • körperlicher Stress, beispielsweise verursacht durch ein exzessives Training bei sportlichen Aktivitäten ohne dabei die Trainingspausen einzuhalten
  • emotionaler Stress wie zum Beispiel Dauerstress, Ängste oder Ekel
  • hormonelle Umstellungen während der Schwangerschaft
  • die Zyklusphasen vor und während der Menstruation sowie Regelbeschwerden
  • Verletzungen der Mundschleimhaut
  • eine starke Belastung durch UV-Strahlen, zum Beispiel beim Urlaub am Meer oder im Hochgebirge
  • eine allgemeine Immunschwäche, hervorgerufen durch andere schwere Vorerkrankungen

Im Verdacht stehen zudem Lebensmittelallergien, die Lippenherpes begünstigen sollen.

Mit dem Laser beschleunigen wir die Abheilung des Lippenherpes

Manchmal sind die äußeren Lebensumstände so, dass man einfach nicht darauf warten kann, bis der Lippenherpes endlich beginnt abzuheilen. In solchen Situationen kann eine Laserbehandlung sehr hilfreich sein, da sie den Krankheitsverlauf erheblich mildert und die Krankheitsdauer verkürzt.

Das Immunsystem bekämpft die Viren von innen – wir von außen. Der präzise gerichtete Laserstrahl des Nd:Yag-Lasers stört die Virenvermehrung empfindlich. Gleichzeitig wird so die hohen Virulenz, also die Gefahr einer Streuung der Viren auf andere Bereiche der Lippe, erheblich herabgesetzt. Mit der Vernichtung der Herpes-Viren in den Bläschen klingen die schmerzhaften Schwellungen zügig ab und das unangenehme Spannungsgefühl unter der Lippenhaut verschwindet.

Das moderne Laserverfahren ist äußerst gewebeschonend, es bleiben keine Narben zurück. Die Behandlung ist für die Patienten je nach Empfinden schmerzfrei oder ausgesprochen schmerzarm.

Was Sie selbst tun können, wenn Sie unter Lippenherpes leiden

Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine ausgewogene gesunde Ernährung und viel Bewegung an frischer Luft. Auch regelmäßig durchgeführte sportliche Aktivitäten wirken sich positiv aus, wenn dabei die Trainingspausen eingehalten werden. Genauso wichtig sind ausreichend Schlaf und der konsequente Abbau von Stress. Bitte versuchen Sie Erholungszeiten für sich einzuplanen, schaffen Sie sich Rückzugs- und Ruheräume. Wenn Sie durch starken emotionalen Stress belastet sind, können zusätzlich Entspannungstechniken helfen.

Schützen Sie Ihre Lippen vor UV-Strahlung: Bei intensivem Sonnenlicht sollten Sie auf die empfindlichen Lippen und die umgebende Mundregion immer eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen.

Nutzen Sie die Möglichkeiten von antiviralen Präparaten und Wirkstoffen aus der Naturheilkunde: Neben Virostatika in Salbenform, die die Vermehrung der Viren hemmen, haben sich Salben mit hochkonzentriertem Melissenextrakt und das Teebaumöl bewährt. Sie erhalten diese Produkte in der Apotheke.  

Vermeiden Sie eine Übertragung der Viren auf andere Lippenbereiche oder Regionen im Gesicht. Sobald der Lippenherpes auftritt, berühren Sie diese Stellen nicht mit den Fingern, da das Risiko besteht, dass Sie die Viren über die Fingerhaut auf andere Gesichtspartien übertragen oder die Viren in den Bereich der Augen gelangen. Waschen Sie sich gründlich die Hände, wenn Sie in Kontakt mit den Herpes-Bläschen gekommen sind, vor allem Kontaktlinsenträger sollten beim Einsetzen und Herausnehmen der Linsen darauf achten. Tragen Sie Salben und Öle gegen Lippenherpes stets mit einem Wattestäbchen und nicht mit den Fingern auf.

Verhindern Sie die Übertragung des Herpes-simplex-Virus auf andere. Insbesondere Babys, Kinder und Schwangere sollten vor einer Ansteckung geschützt werden. Verzichten Sie auf das Küssen, wenn sich bei Ihnen Herpes-Bläschen auf den Lippen zeigen und warten Sie ab, bis die Erkrankung abgeklungen ist.

Wichtige Hinweise für alle Betroffenen:

Suchen Sie bitte einen Dermatologen auf ...

  • wenn der Lippenherpes nach spätestens 14 Tagen nicht abgeheilt ist.
  • wenn sich die Entzündungen oder Bläschen auf andere Hautregionen im Gesicht ausgedehnt haben oder die Bläschen eitrig sind, ebenso wenn sich Entzündungen im Augenbereich zeigen.

Der Besuch beim Hausarzt bzw. Internisten wird notwendig ...

  • wenn Sie während der Lippenherpes-Erkrankung sich insgesamt körperlich geschwächt fühlen und wenn Fieber auftritt.
  • wenn schwere Vorerkrankungen vorliegen. Lassen Sie sich beraten, wie Sie Ihr Immunsystem unterstützen können.
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