Prophylaxe

Fluoridierungsschienen – Intensivprophylaxe bei erhöhtem Kariesrisiko

Karies wird von den Bakterien im Zahnbelag ausgelöst. Sie produzieren Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, entmineralisieren und zerstören.

Beim Schutz vor Karies kommt dem Fluorid eine besondere Bedeutung zu. Fluorid ist im Speichel enthalten, der so auf natürliche Weise mithilft, den angegriffenen Zahnschmelz zu remineralisieren. Dem Zahnschmelz muss Fluorid immer wieder zugeführt werden. Fluoridhaltige Zahncremes und Gele versorgen bei der täglichen Mundhygiene die Zähne mit diesem wichtigen Spurenelement. Außerdem ist die Verwendung von fluoridhaltigem Speisesalz zum Kochen und Backen zu empfehlen. Hingegen sollten Fluoridtabletten nur nach Absprache mit dem Zahnarzt eingenommen werden!

Neben diesen Maßnahmen der Fluoridzufuhr, die man zuhause selbst durchführen kann, setzen wir in unseren Praxen zur Kariesprophylaxe hochkonzentrierte Fluoridgele und Fluoridlacke ein; sie werden auf die kariesgefährdeten Zähne direkt aufgetragen.

Eine weitere Möglichkeit zum Schutz vor Karies bieten Fluoridierungsschienen, die individuell für den Patienten in unserem Meisterlabor angefertigt werden. Der Gebrauch von Fluoridierungsschienen ist bei Patienten mit hohem Kariesrisiko notwendig und sinnvoll. Zu dieser Risikogruppe zählen Patienten mit einem gestörten Speichelfluss oder Patienten, bei denen die Speichelzusammensetzung derart verändert ist, dass der Speichel nicht mehr schützend wirken kann. Schäden am Zahnschmelz können auch durch häufiges Erbrechen verursacht werden, ebenso wie durch eine schlechte Mundhygiene und eine zahnschädigende Ernährung, die Karies fördert. Bei Karies-Risikopatienten haben sich Fluoridierungsschienen als Therapiemaßnahme ausgezeichnet bewährt.

Wir wenden Fluoridierungsschienen an:

  • als Nachsorge für Patienten, bei denen eine umfangreiche Kariesbehandlung durchgeführt wurde, insbesondere bei Patienten, die rauchen oder starken Stressbelastungen ausgesetzt sind.
  • als Vorsorge bei Patienten, die unter Mundtrockenheit (Xerostomie) leiden. Bei dieser Erkrankung ist der Speichelfluss im Mund vermindert, zudem bestehen Schluckbeschwerden. Da der Speichel seine schützende Funktion nicht mehr ausübt, ist die Anfälligkeit für Karies und Zahnfleischentzündungen erhöht. Daneben bildet sich auf den Zähnen schneller Zahnstein. Hier gewährleisten Fluoridierungsschienen eine intensive Fluoridversorgung.
  • als begleitende zahnmedizinische Therapiemaßnahme bei Patienten, die an Bulimie erkrankt sind. Durch das häufige Erbrechen wird der Zahnschmelz dauerhaft geschädigt. Die gezielte Fluoridbehandlung stärkt die Zähne.
  • als ergänzende Behandlung berufsbedingter Erkrankungen, dazu zählt die Bäckerkaries, die auch als „Zuckerbäckerkaries“ bekannt ist. An dieser Form der Karies können Bäcker, Konditoren und Arbeiter in der Süßwarenindustrie erkranken. Die Karies beginnt an den Zahnhälsen und breitet sich rasch auf die glatten Flächen der Zähne aus. Um einer Bäckerkaries vorzubeugen, sind Arbeitsschutzmaßnahmen, die die Mehl- und Zuckerstaubbelastung minimieren und eine sehr gute Zahnpflege sowie eine gute Fluoridversorgung erforderlich.
  • zur Behandlung von Tumorpatienten, bei denen einen Strahlentherapie im Kopf- und Halsbereich und/oder eine Chemotherapie vorgesehen ist. Fluoridierungsmaßnahmen müssen vor, während und nach der Krebstherapie erfolgen. Es kommen sowohl Fluoridierungsschienen als auch fluoridhaltige Mundspüllösungen zum Einsatz. Unsere Patienten mit einer Tumorerkrankung erhalten darüber hinaus eine besondere Betreuung im Rahmen der zahnmedizinischen Prophylaxe.

So läuft die Behandlung ab:

Zunächst werden bei einer Professionellen Zahnreinigung alle Zahnbeläge gründlich entfernt. Anschließend werden Abdrücke der oberen und unteren Zahnreihe genommen und erste Fluoridierungsmaßnahmen eingeleitet. Wir verwenden dazu Fluoridpräparate und Kombinationen mit Calciumphosphat.

Im easyZahn Meisterlabor erstellen unsere Zahntechniker von den Abdrücken Gipsmodelle, auf deren Basis die Schienen gefertigt werden. Die Schienen dienen später als Träger des hochkonzentrierten Fluoridgels. Beim zweiten Behandlungstermin zeigen wir, wie das Fluoridpräparat dosiert und die Schienen eingesetzt werden. Das Fluoridpräparat und die Schienen geben wir dem Patienten mit.

Fluoridierungsschiene mit Gipsmodell
Fluoridierungsschiene für die obere Zahnreihe

Unsere Patienten nehmen die Fluoridierungsmaßnahme zu Hause selbst vor. Nach dem Zähneputzen am Abend wird das Fluoridgel in die Schiene gefüllt und die Schiene auf die entsprechende Zahnreihe gesetzt. Die Einwirkzeit des Fluorids beträgt fünf bis maximal fünfzehn Minuten. Danach wird die Schiene wieder entfernt und gereinigt. Die Fluoridierung muss über einen längeren Zeitraum regelmäßig durchführt werden.

Was bewirken die Maßnahmen mit der Fluoridierungsschiene?

  • Die Entmineralisierung der Zähne, als Vorstufe von Karies, wird gestoppt und rückgängig gemacht.
  • Die Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel wird gefördert.
  • Der Zahnschmelz wird gehärtet, der Zahn ist so vor Säureangriffen besser geschützt.
  • Der Stoffwechsel der Kariesbakterien wird gestört und ihre Vermehrung gehemmt.

Die Therapie mit den Fluoridierungsschienen wird von uns begleitet. Wir beraten unsere Patienten zu zahngesundem Verhalten, geben Tipps zur Ernährung und zur Mundhygiene. Unsere Erfahrung zeigt, dass unsere Patienten aktiv und engagiert mitarbeiten. Auf diese Weise können wir gemeinsam die Kariesausbreitung erfolgreich bekämpfen und das erhöhte Kariesrisiko ausschalten.

Tipps zur Mundhygiene und zur Ernährung finden Sie hier:

Mundhygiene
Ernährung & Zahngesundheit

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