Prophylaxe

Individualprophylaxe für die Altersgruppe 6 bis 17 Jahre

Welcher Erwachsene wünscht sich nicht schöne Zähne – ohne Füllungen und Zahnersatz und ohne Zahnfleischprobleme? Wie gesund die Zähne, der Kiefer und das Zahnfleisch im Erwachsenenalter einmal sein werden, hängt entscheidend davon ab, wie sie sich im Kindes- und Jugendalter zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr entwickeln können.

Der Zahnwechsel – vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss

Als erste bleibende Zähne erscheinen große Backenzähne, die sich noch im Milchgebiss bilden. Dies vollzieht sich bereits im Alter von sechs bis sieben Jahren. Nach und nach werden die Milchzähne durch die bleibenden Zähne ersetzt: zuerst die Schneidezähne im Unterkiefer, zuletzt, zwischen dem 12. und 13. Lebensjahr, die vier hinteren Backenzähne. Ab dem 17. Lebensjahr können Weisheitszähne hinzukommen; oft verbleiben sie jedoch lediglich im Kiefer angelegt.

Die neuen bleibenden Zähne sind besonders empfindlich und kariesanfällig, denn ihr Zahnschmelz ist erst im Alter von 18 Jahren vollständig ausgehärtet. Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch müssen, ebenso wie Zahnfehlstellungen und Entwicklungsstörungen, frühzeitig behandelt werden, um eine positive Entwicklung des Mundraumes zu ermöglichen. Die regelmäßige zahnmedizinische Betreuung zwischen dem 6. und 17. Lebensjahr erfüllt gleich mehrere wichtige Funktionen: Sie unterstützt die Mund- und Kiefergesundheit, wirkt auftretenden Problemen rechtzeitig entgegen und beugt so Erkrankungen im Erwachsenenalter effektiv vor.

Prophylaxe in der Wechselgebiss-Phase
Prophylaxe für Jugendliche bis 17 Jahre

Wir bieten unseren jungen Patienten ein umfassendes zahnmedizinisches Individualprophylaxe-Programm mit einem ganzheitlichen Ansatz: Für eine optimale Versorgung arbeiten wir eng mit den Fachärzten und Spezialisten unseres Partnernetzwerkes zusammen.

Unser dreistufiges Individualprophylaxe-Programm

Unser Individualprophylaxe-Programm beinhaltet die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, alle notwendigen Behandlungen sowie spezielle Prophylaxemaßnahmen in unseren Praxen.

Die Vorsorgeuntersuchungen

Für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren ist zweimal pro Jahr eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen. Ihre Durchführung bestätigen wir ab dem 12. Lebensjahr im Bonusheft der gesetzlichen Krankenkassen. Wie Erwachsene können Jugendliche mit dem Bonusheft ihren Festzuschuss-Anspruch für Zahnersatz nachweisen. Daher sollte das Bonusheft zu allen Untersuchungsterminen mitgebracht werden; verlorengegangene Hefte ersetzen wir selbstverständlich.

Sind unsere jungen Patienten zum ersten Mal bei uns, erfolgt vor der Untersuchung die sogenannte Anamnese, bei der wir allgemeine und zahnmedizinische Erkrankungen, Allergien, die Einnahme von Medikamenten, aber auch Ernährungsgewohnheiten und die tägliche Mundpflege erfragen. Die anschließende Vorsorgeuntersuchung umfasst:

  • die Untersuchung von Zähnen, Zahnfleisch, Mundschleimhaut, Zunge, Gaumen, Kiefer, Kaumuskulatur und Lymphknoten. Besonderes Augenmerk gilt dabei Entwicklungsstörungen bzw. Zahnfehlstellungen.
  • die Überprüfung der Intaktheit und stabilen Verankerung bei bereits bestehenden Fissurenversiegelungen, Füllungen und Zahnersatz.
  • die Plaque-Tests API bzw. Quigley-Hein-Index, mit denen der Mundhygienestatus erhoben wird: mittels Anfärben werden bakterielle Zahnbeläge auf allen Zahnoberflächen sichtbar gemacht. Den Gesundheitszustand des Zahnfleisches prüfen wir mit dem PBI, der schmerzfrei die Blutungsneigung des Zahnfleisches im Zahnzwischenraum anzeigt.
  • die Ermittlung des Kariesrisikos anhand des DMF-Index, wonach gilt: je größer die Anzahl der bereits kariesgeschädigten Zähne ist, umso höher ist das Kariesrisiko des Patienten einzustufen. Umfangreiche Entmineralisierungen und Karies an den glatten Flächen der Zähne weisen ebenfalls auf ein erhöhtes Kariesrisiko hin. Zur Diagnose führen wir zusätzlich mikrobiologische Tests durch und untersuchen den Speichel.
  • das Erstellen digitaler Röntgenaufnahmen, wenn beispielsweise Anzeichen einer Karies an nicht einsehbaren Stellen der Zähne vorliegen oder die Lage der Weisheitszähne im Kiefer bestimmt werden soll.

Die Behandlungen

Wir werten die Untersuchungsergebnisse aus, nehmen, falls erforderlich, eine Behandlung vor und beraten zur Mundhygiene und Ernährung. Patienten, deren Zähne tiefe zerklüftete Fissuren und Grübchen aufweisen, und Kariesrisiko-Patienten empfehlen wir dringend eine prophylaktische Fissurenversiegelung nach dem Durchbruch der bleibenden Backenzähne vornehmen zu lassen. Abhängig vom Gesundheitszustand der Mundhöhle können Kontrolluntersuchungen in kürzeren Zeitabständen von zwei bis drei Monaten notwendig sein.

Die Prophylaxemaßnahmen

Basierend auf den Untersuchungsergebnissen entscheiden wir, wie oft und welche Prophylaxemaßnahmen in unseren Praxen ergänzend durchgeführt werden müssen. Insbesondere für Patienten mit einem erhöhten Kariesrisiko sowie Patienten, die festsitzende kieferorthopädische Apparate tragen, sind diese Maßnahmen unbedingt erforderlich.

Kieferorthopädischer Apparat: Brackets
Mundhygiene-Hilfsmittel: Interdentalbürstchen

Sowohl die Mundgesundheit unserer jungen Patienten als auch ihre entwicklungsbedingten Bedürfnisse können sich rasch ändern, weshalb wir unsere zahnmedizinischen Prophylaxemaßnahmen dem jeweils aktuellen Gesundheitszustand anpassen. Unsere Prophylaxeassistentinnen sind spezialisiert auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Neben ihrer beruflichen Erfahrung bringen sie viel Geduld und Verständnis mit und können junge Patienten ausgezeichnet motivieren, sodass diese in einer sehr angenehmen Atmosphäre lernen, altersgerecht Verantwortung für die eigene Zahngesundheit zu übernehmen. Unsere Prophylaxemaßnahmen sind:

  • die Professionelle Zahnreinigungen/PZR: Überprüfen des Mundhygienestatus und der Zahnfleischgesundheit; Entfernen aller Zahnbeläge; Polieren der Zahnoberflächen; Auftragen eines Fluoridpräparats zur schützenden Remineralisierung
  • die lokalen Fluoridierungen zur Zahnschmelzhärtung: Auftragen eines Fluoridlacks – bei normaler Kariesgefährdung zweimal pro Jahr
  • die Intensivprophylaxe für Kariesrisiko-Patienten: Auftragen eines Fluoridlacks vier- bis sechsmal pro Jahr und eines antibakteriellen Chlorhexidinlacks zwei- bis viermal im Jahr; Beratung zur häuslichen Anwendung eines Fluoridgels bzw. einer fluoridhaltigen antibakteriellen Mundspüllösung sowie zusätzlich xylithaltigen Kaugummis
  • die Beratung zu den Fluoridierungsmaßnahmen zuhause: Verwendung von fluoridhaltigem Speisesalz oder Einnahme von Fluoridtabletten in Absprache mit dem Kinderarzt; Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Erwachsenenzahncreme (Fluoridgehalt: maximal 1500 ppm, d. h. 0,15 Prozent); Anwendung von Fluoridgel
  • die Beratung zur häuslichen Zahnpflege und Einübung von Mundhygienetechniken: Häufigkeit und Dauer der Mundpflege; Erlernen der richtigen Putztechnik/Rotationstechnik; Reinigung der Zahnzwischenräume; Auswahl und Handhabung der geeigneten Hilfsmittel
  • die Beratung zu zahngesunder Ernährung: Zahngesunde Lebensmittel; Vermeidung zahnschädlicher Lebensmittel und Ernährungsgewohnheiten; zahnschonendes Naschen
Tipps zu einer effektiven Mundhygiene und zahngesunden Ernährung finden Sie hier:

Wechselgebiss & bleibende Zähne
Mundhygiene
Ernährung & Zahngesundheit

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