Zahnheilkunde 50plus

Zahnheilkunde 50plus: Schöne gesunde Zähne ein Leben lang

„Schöne gesunde Zähne ein Leben lang“ – diesen Wunsch äußern viele Patienten.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war man der Ansicht, dass der Zahnarzt erst dann aktiv werden muss, wenn Zahndefekte und Schäden am Zahnhalteapparat bereits vorhanden sind. Die Zahnmedizin entsprach der klassischen Reparaturmedizin. Heute dagegen ist das Leitbild der Medizin, solche Reparaturen im Vorfeld abzuwenden, die Krankheitsursachen zu bekämpfen und wenn doch behandelt werden muss, so behutsam und gewebeschonend vorzugehen wie irgend möglich.

Die moderne Zahnmedizin ist eine Präventivmedizin, bei der der dauerhafte Erhalt der Zähne und des Zahnhalteapparats sowie die Kiefergesundheit im Zentrum stehen. Die Wechselwirkungen zwischen allgemeinen Erkrankungen und Erkrankungen des Mundraums werden zunehmend erforscht und besser verstanden. Daher wird die enge Zusammenarbeit zwischen Internist/Hausarzt und Zahnarzt immer wichtiger. Der Mundraum ist das Tor zu unserem Organismus – die heutige Zahnmedizin hat deshalb stets die gesamtkörperliche Gesundheit des Patienten im Blick.

Physiologische Veränderungen im Alter

Mit dem Alterungsprozess verändern sich die verschiedenen Gewebearten im Mundraum. In welchem Tempo sich dieser Prozess vollzieht und ob damit Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparats verbunden sind, ist von Patient zu Patient verschieden. Eine sehr gute Mundhygiene, eine ausgewogene Ernährung, die Teilnahme an den zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen und Prophylaxemaßnahmen unterstützen die Mundgesundheit. Umgekehrt können Allgemeinerkrankungen, spezifische Lebensgewohnheiten (Rauchen, schlechte Mundhygiene, ungesunde Ernährung) oder bestimmte Medikamente sich negativ auswirken und Erkrankungen im Mundraum fördern.

Die häufigsten Erkrankungen im Alter:

  • Karieserkrankungen durch Geweberückbildung: Das schützende Zahnfleisch bildet sich zurück, damit besteht die Gefahr, dass die freiliegenden Zahnhälse und Zahnwurzeln von Kariesbakterien befallen werden. Eine typische Erkrankung im Alter ist die Wurzelkaries. Unbehandelt führt die Karies zum Zahnverlust. Begünstigt wird sie durch eine schlechte Mundhygiene und durch eine ungesunde, Karies fördernde Ernährung.
  • Karieserkrankungen durch Defekte in den Zahnversorgungen: Bei alten defekten Zahnfüllungen mit teilweise überstehenden Rändern, Rissen oder Randspalten oder bei schlecht sitzendem Zahnersatz, zum Beispiel am Kronenrand, entstehen Nischen, in denen sich Kariesbakterien ungehindert vermehren können – es kommt zu einer sogenannten Sekundärkaries. Wird die Sekundärkaries nicht rechtzeitig entdeckt, verlieren die Zahnversorgungen an Halt und es können Zahnfrakturen auftreten.
  • Karieserkrankungen durch eine Xerostomie (Mundtrockenheit): Zumeist hat die Mundtrockenheit eine einfache Ursache: der Patient nimmt viel zu wenig Flüssigkeit zu sich. Manchmal besteht zusätzlich eine Mangelernährung mit einer Unterversorgung an Vitaminen, Proteinen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Außer diesen Faktoren rufen bestimmte Medikamente (Nebenwirkungen), Stress und Krankheiten, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma oder Krebs eine Mundtrockenheit hervor. Wird nicht mehr ausreichend Speichel produziert, ist die reinigende, schützende und remineralisierende Funktion des Speichels stark eingeschränkt. Dadurch werden die Zähne ausgesprochen anfällig für Karies, es bildet sich schneller Zahnstein und das Zahnfleisch entzündet sich.
  • Zahnschmelz-Abrasionen und -Erosionen: Häufig zeigt der Zahnschmelz im Alter Abnutzungen (Abrasionen) und Säureschäden (Erosionen) oder es bilden sich Risse im Schmelz. Nicht selten folgen auf solche Veränderungen Zahnschmelz-Abplatzungen oder Zahnfrakturen.
  • Parodontale Erkrankungen: Die Parodontitis ist leider heute immer noch eine der Erkrankungen, die im Alter oftmals mit dem Verlust des Zahnes einhergeht. Dies könnte verhindert werden, wenn der Patient rechtzeitig einen Zahnarzt aufsucht. Neben Allgemeinerkrankungen (z. B. Altersdiabetes), bestimmten Medikamenten und Lebensgewohnheiten (z. B. Rauchen) ist die Hauptursache für Parodontitis eine schlechte Mundhygiene. Patienten mit rheumatischen Erkrankungen oder Osteoporose fällt es aufgrund ihrer eingeschränkten motorischen Fähigkeiten besonders schwer, die tägliche Zahnpflege gründlich durchzuführen. Hier können spezifische Hilfsmittel und Prophylaxemaßnahmen Abhilfe leisten.
  • Erkrankungen der Mundschleimhaut: Im Alter nehmen die elastische Beschaffenheit und die Feuchtigkeit der Mundschleimhaut ab. Sie wird empfindlicher für Verletzungen, die wiederum den idealen Raum für Bakterien bieten. Bei Prothesenträgern ist es daher unverzichtbar, dass der Sitz der Prothese regelmäßig kontrolliert und perfekt angepasst werden muss, um Druckstellen und Reizungen der Schleimhaut frühzeitig entgegenzuwirken. Weitere Erkrankungen der Mundschleimhaut bei Prothesenträgern sind Aphthen und Pilzinfektionen. Aber auch Lebensgewohnheiten wie das Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum schädigen die Mundschleimhaut und erhöhen das Krebsrisiko.
  • Rückgang des Muskelgewebes: Das Muskelgewebe im Kieferbereich wird langsam abgebaut, wodurch die Kiefergelenke belastet werden. Die Kaukraft des Patienten nimmt ab und die Kaufunktion ist beeinträchtigt.
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